Familienkonflikte:
Ehen werden geschieden, Beziehungen scheitern. Das ist schmerzhaft und bedauerlich, aber es ist so.
Jeder kennt das Gefühl nach einer Trennung. Man ist enttäuscht, fühlt sich missverstanden, jede Diskussion endet in Vorwürfen und Streit.
Es besteht das Bedürfnis, diese Situation so schnell wie möglich zu ändern. Dennoch soll die Trennung möglichst fair und vor allem nicht zu Lasten der Kinder oder anderer Personen vollzogen werden.
Mit einer gemeinsamen Lösung nach einer Trennung gibt es eine tragfähige Grundlage für den künftigen Umgang miteinander und für die gemeinschaftliche Verantwortung für die Kinder.
Mediation verdrängt nicht und hebt nicht den Zorn, den Schmerz oder die Enttäuschung auf, aber sie kann Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft schaffen oder wiederherstellen, kann die Menschen dazu befähigen, ihre Entscheidungen selbst auszuhandeln, anstatt sie Dritten zu überlassen.
Mediation bietet sich als Konfliktregulierungsmodell auch in anderen familiären Konfliktbereichen an, wie z.B. Generationenkonflikten, Erb-Auseinandersetzungen, Vertragsgestaltung vor oder während des Zusammenlebens, Konflikten in Adoptiv- und Pflegefamilien, Besuchsregelungen.
Wirtschaftskonflikte
Als Unternehmer hat man mit vielen Geschäftspartnern zu tun. Manche Details erscheinen oft nicht regelungsbedürftig oder werden nicht schriftlich festgehalten. Daraus ergeben sich langfristig Differenzen, die zu hohen finanziellen und personellen Verlusten führen. Solchen Konflikten wird am besten präventiv begegnet durch eine Wirtschaftsmediation in der Vorvertragsphase.
Wer kennt nicht die Situation am Arbeitsplatz?
Mitarbeiter reden nicht miteinander, der Informationsfluß ist gestört. Die Atmosphäre am Arbeitsplatz ist erdrückend. In einem solchen Klima leiden die Arbeitnehmer, und die Produktivität lässt enorm nach. Dadurch kommt es auf allen Ebenen zu Unzufriedenheit.
Die einzige Möglichkeit diese Situation zu ändern, ohne Entlassungen verbunden mit hohen Abfertigungen auszusprechen, ist eine schnelle und unbürokratische, für alle annehmbare Lösung zu finden. Das ermöglicht die Mediation.
Wirtschaftsmediation wird bei Konflikten in und zwischen Unternehmen eingesetzt.
Innerhalb von Unternehmen:
- Arbeitnehmer – Arbeitnehmer
(z.B. Rauchen am Arbeitsplatz)
- Arbeitgeber – Arbeitnehmer
(z.B. zu wenig Wertschätzung)
- Abteilung - Mitarbeiter
(z.B. Mobbing)
- Abteilung - Abteilung
(z.B. mangelnder Informationsfluß)
- Geschäftsleitung - Belegschaft
(z.B. Führungsprobleme)
Zwischen Organisationen:
- Liefer- und Qualitätsprobleme
(z.B. Lieferant - Abnehmer – Beziehungen)
- Muttergesellschaft - Tochtergesellschaft
- Unternehmensnachfolge und Fusionen
(z.B. Vorgänger - Nachfolger, Betriebsübergabe)
- Partnerunternehmen in einer Arbeitsgemeinschaft
(z.B. unklare Verträge)
Erbschaftskonflikte
Nach einem Todesfall ist zunächst der Schmerz über den Verlust eines Menschen im Mittelpunkt.
Nur allzu oft folgt dann leider der Streit um die Aufteilung des Erbes, und nicht selten bleibt nach langen Rechtsstreitigkeiten nicht mehr viel übrig. Mit einem Mediator als neutraler Vermittler kommt es oft zu schnellen Lösungen ohne langwierige Erbschaftsstreitigkeiten.
Mediation bietet sich aber vor allem auch präventiv an, bevor es zu einer Konflikteskalation kommt.
Nachbarschaftskonflikte (Mietrechtskonflikte)
Obwohl man sich seine Nachbarn in der Regel nicht aussucht, dauert ein Nachbarschaftsverhältnis oft ein ganzes Leben. Werden Streitereien oder Unstimmigkeiten vor Gericht ausgetragen, verschlechtert das die Atmosphäre weiter. Die Lebensqualität aller Betroffenen leidet.
Es können oft scheinbar harmlose Vorfälle eskalieren und zu langwierigen und unüberwindbaren Streitverhalten führen.
Interkulturelle Konflikte
Neue, fremde Menschen in der eigenen Umgebung? Ihre Kultur und Sprache ist fremd?
Auch für jene, die neu hinzukommen und ihre Lebenserfahrungen und -prägungen mitbringen, erscheint ein neues Umfeld oft feindselig. Mediation wird dazu führen, dass man zuhören und verstehen lernt, auch wenn es manchmal fremd klingt; in jedem Menschen stecken Wünsche, Bedürfnisse und Erfahrungen.
Ein spannendes neues Betätigungsfeld in der Konfliktregelung. Mit Hilfe von Mediation werden Lösungen erarbeitet, die überraschend kreativ und befriedigend für alle Beteiligten sind.
Schulkonflikte (Schulmediation)
Mit Hilflosigkeit und Ohnmacht reagieren Lehrkräfte, Eltern und Vertreter von Behörden auf das wachsende Aggressions- und Gewaltpotential der Jugendlichen an unseren Schulen. Gruppendruck in der Klasse, die Angst zu versagen und die häuslichen Probleme lassen Konflikte entstehen, die von den jungen Menschen auf Grund der hohen schulischen und sozialen Anforderungen gar nicht wahrgenommen und gelöst werden können. Die Jugendlichen sind also nicht nur Täter, sondern auch Opfer einer Überforderung und Orientierungslosigkeit in ihrem Individualisierungsprozeß.
Schulmediationsprojekte fördern die Konfliktfähigkeit der SchülerInnen. Die SchülerInnen erhalten ein Handwerkszeug, das sie darin unterstützt, einen alternativen, gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu erlernen. Die SchülerInnen erlangen die Fähigkeit, kooperativ und partnerschaftlich bei Meinungsverschiedenheiten umzugehen. Sie werden auch dahingehend sensibilisiert, von der „Gewinner/Verlierer“ Mentalität wegzukommen und statt dessen problemlösungsorientiert zu denken. Eine wertschätzende akzeptierende Haltung gegenüber den Mitmenschen wird bei Schulmediationsprojekten besonders gefördert.